top of page
玛瑺斫陣圖 Macang_Lays_Low_the_Enemy_Ranks.jpeg

​台北故宫博物院藏《玛瑺斫阵图》 there are two copies of the picture "Machang Lays Low the Enemy Ranks" in the world, above the Taipei veresion, Palace Museum Taipei

1762.jpg

​柏林东亚美术馆藏《玛瑺斫阵图》局部 there are two copies of the picture "Machang Lays Low the Enemy Ranks" in the world, above the Berlin veresion (part, machurian script not in the photograph) , Museum für Asiatische Kunst Berlin

Revolution: Stachel im Fleisch
Revolution: the Foe of an Arrow Wound            (2018-2023)

革命:幽灵的箭矢

In der von der Stiftung Humboldt Forum beauftragten Performance „Revolution. Stachel im Fleisch“ beleuchtet das Theater- und Tanz-Kollektiv Paper Tiger Theater (Beijing / Berlin) ab dem 21. April 2023 an sieben Abenden transkulturelle Revolutionen vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte. Ausgehend von dem Rollbild „Machang durchbricht die feindlichen Linien“ im Museum für Asiatische Kunst nimmt das Kollektiv um Tian Gebing die Sammlungen im Humboldt Forum in den Fokus.

Vier Tänzer*innen und Performer*innen, ein Zeitzeuge von SED-Chef Erich Honeckers China-Reise 1986, ein Skateboarder, eine Percussionistin und eine DJ entwickeln ein assoziatives Panorama und holen das Publikum zu sich an den Tisch der Geschichte. „Revolution. Stachel im Fleisch“ reicht schlaglichthaft von den Maskeraden des Qianlongs im 18. Jahrhundert über die kolonialen Plünderungen des Kaiserpalasts und den Schwarzmarkt für Kunstwerke in Peking während des sogenannten Boxerkriegs um 1900 bis in unsere Gegenwart.

 

Wir sehen den tödlichen Augenblick eines kriegerischen Aktes: von einem Pfeil getroffen und schmerzhaft gekrümmt flieht ein dzungarischer Reiter im vollen Galopp. Hinter ihm ebenfalls zu Pferd ein mandschurischer Offizier der kaiserlichen Armee, Machang, den Bogen in der Hand und im Begriff dem Fliehenden einen weiteren Pfeil hinterherzuschicken. Die Bildrolle „Machang durchbricht die feindlichen Reihen“, die vom 19.4. bis 8.5.2023 wieder in der Galerie China und Europa, Hofkunst Chinas im Museum für Asiatische Kunst (3. OG) ausgestellt ist, entsteht 1759 in Peking und ist Teil eines großangelegten Propagandaprogramms, das der Qianlong-Kaiser (1736-1795) nach Abschluss des siegreichen Feldzugs gegen die Dzungaren (heute Xinjiang) bei seinem Hofmaler Lang Shining alias Giuseppe Castiglione (1688-1766) in Auftrag gibt. Es soll die imperiale Expansionspolitik des chinesischen Kaiserreichs im Nordwesten und Süden des Reiches verherrlichen. Der italienische Jesuit Giuseppe Castiglione lebte seit 1714 in Peking. Er konnte dort zwar nicht wie ursprünglich geplant seiner Missionstätigkeit nachgehen, brachte es aber zum vom Kaiser hochgeschätzten Hofmaler. Auf bislang noch ungeklärten Wegen gelangt das Bild entweder in der Folge von Plünderungen während des „Boxerkrieges“ 1900-1901 von Peking oder in Folge der Wirren während der Revolution von 1911 von Shenyang über  Hamburg 1914 nach Berlin, wo es heute Teil der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst im Humboldt-Forum ist. Die Provenienz wird zusammen mit anderen Werken aus dem Kaiserlichen Palast in deutschen Museen zurzeit weiter erforscht.

 

In der Verbindung von realistischer Tradition in der Europäischen Malerei und Chinesischer Ästhetik schuf Castiglione zusammen mit Malern seiner Werkstatt eine frühe Form transkultureller Begegnung. Die komplexe Entstehungs- und Migrations-Geschichte des Gemäldes bilden den Ausgangspunkt für eine performativ-installative Recherche in den historischen und zeitgenössischen Kontexten von Kolonisation und Revolution. Dabei begreift Paper Tiger das Bild wie eine Sonde zur Erforschung der Gegenwart. Als Objekt, das Zeiten und Räume durchquert hat, im Spannungsfeld zwischen Künstler und Kaiser, zwischen Mensch und Tier, zwischen imperialer Macht und ohnmächtigem Widerstand, stellt es uns fundamentale Fragen.

 

Revolution - A Vengeance of an Arrow-ch.jpg

Dates

Premiere 21. April 2023 

Further performances 22. 23. 26. 27. 28. 29 April 2023

Time 

19:00

Venue

Humboldt Forum

Links

Humboldt Forum webpage & ticketing

visitBerlin webpage

 

bottom of page